Unter dem Namen MEVAs (Mobile Emergency Video communication Assistance system) hat unser italienischer Partner ADiTech eine neue Anwendung für ZYDACRONs Telehealth-Lösung entwickelt. Das mobile videogestützte Notfallsystem ist UMTS-basierend und wurde speziell für den Einsatz in Rettungswagen entwickelt.
Wo wurde MEVAs zum ersten Mal eingesetzt?
“Das erste System wurde Ende Dezember in Rettungswagen der gemeinnützigen Rettungsorganisation “Soccorso Amico” aus Salerno installiert.”
Wie funktioniert MEVAs?
“Wir haben die CareStation 140 von ZYDACRON mit einer Schwenk-/Neige-/Zoomkamera im Rettungswagen installiert. Die CareStation hat Schnittstellen für mehrere medizinische Messgeräte, wobei wir für unseren Kunden einen Pulsoximeter, einen Blutdruckmesser und ein digitales Stethoskop angeschlossen haben.
Die Videosignale werden über UMTS zu einem Kontrollzentrum in der Rettungszentrale übertragen. Das Kontrollzentrum ist ein Video-Callcenter, welches über Features wie eine Klientendatenbank, Verwaltung der medizinischen Messgeräte und Kamerafernsteuerung verfügt. Die UMTS-Verbindung läuft über einen verschlüsselten VPN-Kanal zwischen Rettungswagen und Zentrale.
Soccorso Amico nützt MEVAs, um die Rettungsmannschaft an Bord des Rettungswagens zu unterstützen.”
Wie ist das Projekt entstanden?
“Wir wurden gebeten, eine Lösung zu finden, wie ein Rettungsteam direkt unterstützt werden kann. Videokommunikation war für uns die naheliegende Möglichkeit. Die größte Herausforderung dabei war die Kommunikation: Um die Bild- und Datenübertragung in Echtzeit zu bewerkstelligen, mußten wir einen Partner suchen, der in der Lage war, hochperformante UMTS-Router herzustellen, die eine Verbindung halten können und den Datenschutzbestimmungen entsprechen.
Wir entschieden uns für den VPN Router der Firma Calearo, ein führender italienischer Hersteller von professionellem mobilen Netzwerkequipment.
Unter Einbindung des UMTS-Service der Telecom Italia testeten wir das System auf der Stadtautobahn von Salerno und erzielten sehr gute Resultate. Unsere Befürchtungen bezüglich des Datenverlustes aufgrund von Übertragungsverzögerungen wurden entkräftet. Der Prozentsatz der verlorenen Datenpakete war so minimal, dass die Korrektheit der Messungen nicht beeinflusst wurde.“
Was war Ihr Part?
“ADiTech hat die Lösung entwickelt und implementiert. Zum ersten Mal ist ein Rettungswagen mit Videokommunikationsmöglichkeiten ausgestattet, um die Mannschaft an Bord zu unterstützen. Der Vorteil für die Ärzte in der Zentrale ist, dass sie den Zustand des Patienten in Echtzeit beurteilen können, und der Rettungsmannschaft schneller Anleitungen geben können.
Das Rettungsteam kommuniziert mit den Ärzten in der Zentrale über Video, und das in Echtzeit. Das Video zusätzlich zur Sprechverbindung stellt eine große Hilfe dar, entsteht dadurch doch eine Kommunikationssituation, die der persönlichen Anwesenheit des Mediziners im Rettungswagen sehr nahe kommt.
In der Zentrale kann der Mediziner die Kamera des Rettungswagen steuern. Er kann zoomen und andere Positionierungen einstellen. Über das an der Wagendecke angebrachte Mikrofon kommuniziert er mit der Crew. Mit MEVAs hat der Arzt einen vollständigen Informationsstand und kann bei Notfällen schneller lebensrettende Entscheidungen treffen.
Zusätzlich zur Videokommunikation ist die Datenübertragung aus dem Rettungswagen mit MEVAs möglich. Kontinuierlich können Vitaldaten in Echtzeit übertragen werden, zur Überwachung von Herz- und Lungenfunktion, zur Messung der Sauerstoffsättigung im Blut, des Blutdrucks und des Pulses. In der Notrufzentrale kann sich der Arzt über den Gesundheitszustand des Patienten ein umfassendes Bild machen und die Rettungsmannschaft entsprechend anleiten, wenn kein Notarzt mit an Bord ist.
MEVAs verwendet als Basissystem die CareStation 140 mit einer externen PTZ (Schwenk/Neige/Zoom)-Kamera, die über einen optischen Zoomfaktor von 40 verfügt und sowohl vom Wageninneren aus als auch von der Zentrale aus gesteuert werden kann. Diese Box liefert qualitativ hochwertiges Audio und Video. Sie verfügt über einen leistungsfähigen Prozessor und über Echo-Unterdrückung.
Die CareStation 140 unterstützt eine Vielzahl an Kommunikationsprotokollen, welche Qualitätsstandards garantieren und die Installation auch in Non-QoS Netzwerken erleichtern.
Die Verbindung
MEVAs gewährleistet Verbindungsqualität und -sicherheit durch einen verschlüsselten VPN Kanal über UMTS Technologie zwischen Rettungswagen und Zentrale. Ein UMTS Router befindet sich im Rettungswagen und ermöglicht Datenübertragungen zwischen 64 kbit/s (Upload) und 384 kbit/s (Download).
Callcenter
Das Videocallcenter ist in die beim Kunden vorhandene Struktur eingebunden. Auf dem PC des Mediziners in der Zentrale befinden sich die Benutzeroberfläche für die Videokommunikation, die Audio- und Videoeinstellungen, die Verwaltung der medizinischen Messgeräte, Vitaldatenansicht, Datenbankzugriff auf die Messergebnisse mit dazugehöriger Chronologie.“